Sonntag, 7. April 2013

Wenn etwas schief geht, dann richtig

So könnte ich meine Krankenhausgeschichte der letzten paar Wochen beschreiben. Völlig unbefangen ging ich zu meinem Internisten in der Hoffnung, dass er mir eine neue Medizin gegen meine crohnischen Entzündungen hat.  Er machte kurz eine Sono- und überwies mich direkt ins Universitätskrankenhaus. Schneller als mein Kopf mitkam war ich dort an Apparate gefesselt und musste zig Untersuchungen ( Endoskiopie, CT,...) ertragen. Resultat: Darmverschluss - Op. Soweit so schlimm. Leider war kein Einzelzimmer zu bekommen und so hatte ich in 10 Tagen 3 verschiedene Zimmernachbarinne. Die Letzte hat mich psychisch so erschöpft, dass ich nachts einen Heulkrampf bekam und eigentlich abhauen wollte. Sie ging bei offener Tür auf Toilette, rülpste, duschte sich nicht, war dem Pflegepersonal gegenüber unglaublich. Und ich lag gefesselt im Bett- mit einem Bauchschnitt quer. Die Narbe hat auch niemand interessiert, Schmerzen, die ich spürte könnte ich laut Arzt gar nicht haben. Ab dem 2. Tag nach Op sollte ich ohne Schutz duschen.....nach 10 Tagen wurde ich mit einem Entzündungswert von 30 entlassen......
5 Tage später sollten beim Hausarzt die Klammern entfernt werden. Ich hatte die ganze Woche stärkste Schmerzen. Plötzlich lief aus dem unteren Teil der Narbe Wundwasser etc.....und sie war ca. 4 cm offen. Abends war alles durchnässt und ich kam mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus, dorst stellte man fest, dass unter der Narbe ein etwa 5cm langer Tunnel offen ist. Dieser muss zuwachsen. Deshalb jeden Tag Wundversorgung. Die Narbe muss offen bleiben bis wildes Fleisch darunter gewachsen ist.
Abwechselnd war ich beim Hausarzt, Notdienst oder in de Uniklinik. Heute früh wachte ich dann auf, - mein Bett nass!!!! Der obere Teil der Narbe war auf. Gleiches Spiel- Notaufnahme......was der Arzt so alles aus der Wunde fischte war ekelig- und schmerzhaft. Meinem Mann habe ich die wohl sehr weh getan beim Hände drücken. Und er, der eigentlich sehr viel ab kann, ist beinahe umgekippt. Allerdings rät mir der Notarzt dazu die gesamte Narbe nochmals zu öffnen,......näheres will ich Dir nicht antun......Schwamm rein, nach einer Woche erneut Op und Dchwamm wieder raus.

Abgesehen von den Schmerzen- ich komme mit dem Kopf nicht mit!!!!! Ich bekomme das alles nicht mehr verarbeitet und durchdacht. Und ständig eine fremde Umgebung und ständig fremde Menschen die mich anfassen. Mein Asperger-Syndrom wird nicht beachtet. Ich bin gerade sehr ratlos. Ich habe das Gefühl, dass ich das nicht mehr schaffe. Den Einzelzimmerzuschlag würde ich ja sogar selbst bezahlen( von was auch immer)- aber das interessiert niemand. Ich werde Dir berichten wie die Irrfahrt weiter geht.......

Kommentare:

  1. Oh mein Gott!Schlimm,was Du da durchmachen musstest und noch durchmachen musst.Das erinnert mich an meine Unterleibs-OP vor über 2 Jahren.Ich hatte danach auch eine Wundinfektion und es dauerte mehrere Monate bis ich mich von der OP erholt hatte.Alles,alles Gute wünsche ich Dir und schnellstmögliche Genesung!

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  2. Vielen Dank- es steht jetzt fest: Morgen wird die Narbe ausgeschnitten, etc......*ekel* und ein Vacuseal angelegt. Nächste Woche wird geprüft, ob es ok ist, oder nochmal das Gleiche.

    Was mich sehr ärgert: Ich muss als Aufschlag vom Zweierzimmerr zum Einerzimmer ca. €50,-- pro Tag bezahlen!!!! Anders wäre es, wenn es medizinisch indiziert wäre. Aber das ist beim Asperger Syndrom wohl nicht so!? Jetzt muss ich mir zu alledem auch noch nen Kopf machen wie ich das zahle. Aber Doppelzimmer geht auf keinen Fall mehr. Naja, irgendwie wird's schon werden. Mein Kopf läuft auf Hochtouren, ich versuche sämtliche Szenarien und Möglichkeiten durchzudenken und doch bleiben so viele Unbekannte.

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  3. Wirklich ärgerlich mit den 50 Euro extra pro Tag...aber leider wird auf das Asperger Syndrom,in solchen Fällen,keine Rücksicht genommen.Vielleicht ändert sich das ja mal in Zukunft !?
    Für mich waren Mehrbett-Zimmer auch immer unerträglich schlimm(bei diversen Klinik-Aufenthalten).Zuletzt lag ich in einem Drei-Bett-Zimmer mit 2 Damen,die beide geschnarcht haben,wie die Motorsägen...und dann die ständigen nervigen,lauten Besucher...weder Tags noch Nachts konnte ich Schlaf finden.

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  4. Mein Problem ist, dass ich dann in einen Overload gerate. Dann fange ich an unkontrolliert zu weinen, muss schaukeln und will abhauen ( ich bin bereits einmal mit Zugang in der Hand abgehauen). Ich kann das dann auch nicht mehr kontrollieren, das ist schlichtweg eine Überforderung. Ich bin mal auf morgen gespannt..........

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