So schnell kann's passieren- ich liege im Krankenhaus. Die Schmerzen wurden sehr, sehr stark und die Untersuchungen ergaben, dass es mal wieder so weit ist. Mein Bauch wird aufgeschnitten- ich hasse es. Im Krankenhaus fühle ich mich derart ausgeliefert. Und abhängig.
Wir haben alleine ca. 5 Stunden in der Notaufnahme verbracht. Als dann klar war, dass ich da bleiben muss wollte mein Mann ein Einzelzimmer für mich organisierend. Gibt es derzeit keine, da zu viele Patienten da sind. Dabei hätte ich den Aufschlag selbst bezahlt. Jetzt muss ich also mit einer wildfremden Person in einem Zimmer liegen- und das Bad teilen. Das ist derart anstrengend für mich!!!! Die meiste Zeit habe ich Ohrhörer drin. Aber ich möchte auch nicht, dass fremde Personen meine Diagnosen mitbekommen!!!
Dazu muss ich noch schnell von der Notaufnahme berichten. Mein Mann saß am Tisch - unter diesem stand ein Abfalleimer mit der Aufschrift 'Datenschutz'. Darin lag ein nicht zerknülltes Stück Papier. Darauf stand der Name, Geburtsdatum...einer Frau, dazu ihre Diagnosen ( Gewichtsverlust, Magnetband, Therapien)..... Wohl gemerkt, mein Mann musste nur nach unten schauen. Ich bin entsetzt !!!! Nicht besser war es, als ich beim CT mit anhören musste, wie die Diagnose eines anderen Patienten ist (Lungenembolie). Ich habe mal wieder den Eindruck, dass Datenschutz im Krankenhaus nicht stattfindet. Ich bin entsetzt.
Mittwoch, 13. März 2013
Montag, 11. März 2013
Donnerstag, 7. März 2013
Gesichtsblindheit (Prosopagnosie)
Es ist schon so oft passiert. Und fast immer kommt der gleiche Spruch:" du kennst einen aber auch nicht."
Dies geschieht immer dann, wenn ich auf Menschen treffe, die ich in einem anderen Zusammenhang abgespeichert habe. Meine Kinder feixen immer wenn mich beim Einkaufen irgendjemand anspricht und mich fragt wie's mir denn geht und was wir so machen. Durch jahrelange Erfahrung damit kann ich nun sehr gut antworten und so tun, als ob ich das Gegenüber erkenne, nur für meine Kinder ist die Lage sofort klar und sie schließen immer mit der Frage "du hattest keine Ahnung wer das war, oder?"ab. Das mag lustig klingen, ist es aber für mich nicht. Es ist ist nicht so, dass ich Gesichter verschwommen wahrnehme. Ich kann darin nur überhaupt nichts erkennen. Augen schaue ich mir nie an, das bereitet mir körperliches Unwohlsein. Und so mache ich Menschen an anderen Dingen fest. Sei es auffallender Schmuck, ein bestimmtes Parfüm, eine ausgefallene Haarfarbe. Wenn sich dies dann aber ändert wird es sehr schwierig für mich. Und beim Autofahren ist es sogar unmöglich in so kurzer Zeit Jemanden zu erkennen. Angeblich sieht meine Tochter mir sehr, sehr ähnlich. Ich kann das nicht sehen. Es wäre mir auch unmöglich eine 'Täterbeschreibung' von Ihnen oder meinem Mann abzugeben. Sobald ich sie nicht mehr sehe weiß ich nicht mehr, wie sie aussehen.
Ausnahmen bilden starke Veränderungen. Damit meine ich eine verbrannte Gesichtshälfte oder ähnliches. So etwas kann ich mir merken. Aber ein 'Durchschnittsmensch' muss mir schon sehr vertraut sein, damit ich ihn erkennen kann. Und dies geschieht dann mehr durch seine Körperhaltung, typische Bewegungen etc.
Sehr seltsam ist es beim träumen. Wenn ich mich an einen Traum erinnern kann, dann war dieser immer gesichtslos. Ich weiß zwar, wer die Person sein sollte, aber das Gesicht ist völlig grau.
Im Kino habe ich mir einen Film angesehen, in dem 2 Schauspieler jeweils 6 Rollen gespielt haben. Meine Freundin hat mir immer zugeflüstert, wer das nun wieder ist. Es war für mich einfach nicht erkennbar. Ich glaube, dass mich viele Menschen für sehr arrogant halten weil ich nicht grüsse, aber das liegt vielmehr daran, dass ich sie in einem anderen Kontext abgespeichert habe. Ich könnte nicht einmal mich selbst beschreiben. Neulich hatte ich unsortierte Kinderbilder in der Hand- und war nicht fähig, diese meinen Kindern zuzuordnen. Glücklicherweise hilft in solchen Momenten das Datum auf der Rückseite des Fotos. Es ist nicht so, dass ich unter dieser Einschränkung leide. Ich kenne es ja nicht anders. Und da sich meine Sozialkontakte eh sehr beschränkt halten bleibt es meist bei den- für meine Kinder lustigen- Vorfälle beim einkaufen.
Montag, 4. März 2013
Depression
Deprimiere - das ist lateinisch und bedeutet niedergedrückt. Genau so fühlt es sich an. Eine Dunkelheit liegt auf meinem Sein. Ich fühle mich vom Leben und seinen Erwartungen erdrückt. Absolute Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit, Trauer. Dazu kommen unglaubliche Schmerzen, die mich schon mein halbes Leben lang begleiten. Es gibt Arznei- in diesem Fall Cortison. Dies hat mich- mal wieder- aufgehen lassen wie eine Dampfnudel im Ofen. Und es hat meine Bauchspeicheldrüse ruinier- ergo wurde ich Diabetikerin, insulinpflichtig. Und meine Knochendichte ist schon ganz schön im Ar***. Es gibt gegen jedes Wehwehchen eine andere Arznei- und ich will nicht mehr. Der Preis- noch stärkere Schmerzen bis, ja bis......
Es erscheint mir manchmal so ungerecht. Ich will das nicht mehr. Es gibt evtl. Alternativen. In Israel wurden vielversprechende klinische Tests mit Cannabis gemacht. Die meisten Probanden mit gleichem Krankheitsbild können auf sämtliche Arznei verzichten. Dabei geht es nicht um den Rausch- das Cannabis wird wie Kamille verdampft und eingeatmet. Um in Deutschland eine solche Genehmigung zu erhalten ist es ein schwieriger Weg. Ich möchte kein illegales Cannabis- die Konsequenzen sind es nicht wert. Tja, und dann bräuchte man einen Arzt, der einen dabei unterstützt. Das wird meiner vermutlich nicht machen. Er beschäftigt sich gerne mit seiner Technik und die Vorzimmerdame will mir jedes Mal einen Facharztvertrag unterjubeln. Ich war da schon einige Zeit lang nicht mehr, Vertrauen habe ich eh nicht.
Nächste Idee wäre wieder einmal eine OP. Aber dann muss ich wieder mit einer fremden Person in einem Zimmer liegen. Das schafft mich psychisch total. Und ich kann dann nicht mal weglaufen. Diese Idee fällt also auch weg.
Nein, ich igle mich ein, antworte das Nötigste und warte ab. Diese schwere Last, die mich so erdrückt, sie erschöpft mich. Ich habe das Gefühl, dass ich es Keinem mehr recht machen kann- also mache ich jetzt gar nichts mehr. Draußen scheint die Sonne- aber nicht in mir. Sie prallt an mir ab. Mir ist kalt und dunkel. Ich kenne das, es war schon öfters so. Aber das macht es nicht besser. Oder einfacher.
Freitag, 1. März 2013
Sinn und Unsinn
"Das macht doch keinen Sinn". Diesen Satz habe ich schon unzählige Male hören müssen. Aber er ergibt kein Bild in meinem Kopf. Was ist Sinn oder gar Unsinn. Weder entscheidet darüber ob eine Handlung sinnig oder unsinnig ist. Seit langer Zeit versuche ich dieses Wort zu ergründen. Einerseits wird es benutzt um eine Handlung zu bewerten. Gerne auch von Lehrern oder Vorgesetzten. Dann gibt es jedoch noch "sinnlich" - das Pendant dazu wird jedoch nie benutzt. Oder hast Du schon einmal gehört, dass von einer unsinnliche Frau gesprochen wird? Sinnlich und Sinn haben doch den gleichen Ursprung. Die Sinn-Frage ist jedoch eine große philosophische Frage, Sinnlichkeit nur eine oberflächliche Beschreibung. Du kannst mir nicht erzählen, dass man mit einer "sinnlichen" Frau die "Sinnfrage" erörtern möchte. Zumindest wenn man neurotypisch ist. Ich finde diese Frage sehr spannend und höre gerne, was Andere als den "Sinn des Lebens" bezeichnen. Oftmals finde ich die Antwort "42" als die Beste, denn viele "sinnige" Antworten halte ich persönlich für "Unsinn". Wie kann man sein Leben nur auf materiellen Wohlstand ausrichten und an Gebrauchsgegenständen hängen? Das ist für mich persönlich Unsinn. Mein Herz hängt in meinem Körper und nicht an irgendwelchen Gegenständen. Und es schlägt für mich und keinesfalls für irgend eine sogenannte Prominenz.
Aber wie werde ich jetzt eigentlich sinnlich? Und habe ich dann bessere Chancen eine abschließende Antwort auf die Sinnfrage zu bekommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass roter Lippenstift und Dessous diesen Denkprozess verbessern. Ergo ist diese ganze "Sinnerei" ein großer Unsinn. Ich werde weiter darüber nachdenken. Und vielleicht gibt es ja irgendwann ein Bild dazu in meinem Kopf.
Montag, 25. Februar 2013
Beerdigung
Es war heute mal wieder so weit. Ich durfte auf eine Beerdigung. Die Wortwahl mag Dich erschrecken, denn sterben kommt in unserer Gesellschaft eigentlich nicht vor. Ältere Menschen werden bestenfalls "best ager", aber sterben ist nicht vorgesehen.
Für mich ist das anders. Mir steht nur meine allerallerengste Familie nahe. Alle anderen sind mir egal. Egal im Sinne von ' es macht mir nichts aus wenn sie sterben'. Lästig wird es wenn ein sog. Promi stirbt, denn dann erfahre ich durch die Medien Dinge über ihn, die ich gar nicht wissen will und mein Tag wird durch wiederkehrende Berichterstattung gestört.
Heute war es also eine Person, die mir nicht nahe stand ( also außerhalb dem Radius Kinder, Mann, Eltern, Geschwister). Umso interessanter war es für mich. Ich mag Beerdigungen! Enten sind dort so ehrlich wie sonst nie- und offensichtlich verlogen wie sonst auch nie. Damit meine ich einerseits die nahen Verwandten, die schluchzend und weinend am Grab stehen. Besonders der Moment, in dem der Sarg nach unten gelassen wird, ist interessant. Häufig beginnen da die NT's zu weinen. Ich glaube fest, dass viele Menschen nur in solchen Situatinen wirklich echt sind.
Andererseits gibt es diese Nachrufe. Ich mag ja Biographien und höre sie mir immer gerne an. Aber oftmals kommt mir das Lied "Ehrenmann" der Toten Hosen in den Sinn:...." Er war doch nur ein Arschloch, warum sagt niemand die Wahrheit?....." Ich weiß, man darf nicht schlecht über Verstorbene reden ( warum eigentlich nicht?), aber was da manchmal erzählt wird! Es sind immer die besten Menschen gewesen, Edel, selbstlos und gütig. Komisch, dass ich sie teilweise anders erlebt habe....
Aber sei's drum. Noch etwas zieht mich zu Beerdigungen hin. Ich glaube man nennt es synergetischen Effekt. Ich kann Gefühle fremder Menschen nicht erkennen- aber ich spüre sie, wenn sie extrem sind. Das kann auch in anderen Situationen passieren, aber auf dem Friedhof habe ich gute Chancen, dass ich es spüren kann. Ich mag dieses Gefühl. Eigentlich berührt mich fast nichts wirklich. Außerhalb meiner Familie. Aber diese vielen Menschen die heulend rumstehen geben ein so schönes Kribbeln ab. Mein größtes Problem bei Beerdigungen ist, dass ich mich 'angemessen' verhalte. Ich musste schon mal beinahe laut loslachen, da ich anstelle von "wir kommen vor Dir in Ehrfurcht" - 'in Erfurt' gelesen habe. Sowas gilt es natürlich zu unterdrücken. Und ich gaffe vermutlich sehr, weshalb Beerdigungen im Sommer besser sind. Da kann ich eine Sonnenbrille tragen.
Vor einem habe ich allerdings Angst- vor dem Tag, an dem meine Eltern sterben. Sie sind mein Ankerpunkt, mein sicherer Hafen. Und ihre Beerdigung wird dann nicht schön sein. Ich hoffe, dass es noch dauert bis dahin.
Freitag, 22. Februar 2013
Mode
Wenn ich das Wort Mode höre muss ich unweigerlich an das wunderbare Gedicht von Erich Kästner denken:
Sind sie nicht pfuiteuflisch anzuschauen?
Plötzlich färben sich die Klassefrauen,
weil es Mode ist, die Nägel rot!
Wenn es Mode wird, sie abzukauen,
oder mit dem Hammer blau zu hauen,
tuns sie's auch und freuen sich halbtot.
Wenn es Mode wird, die Brust zu färben
oder - falls man die nicht hat - den Bauch...
wenn es Mode wird, als Kind zu sterben
oder sich die Hände gelb zu gerben
bis sie Handschuh'n ähneln, tun sie's auch.
Wenn es Mode wird, sich schwarz zu schmieren,
wenn verrückte Gänse in Paris
sich die Haut wie Chinakrepp plissieren,
wenn es Mode wird, auf allen Vieren
durch die Stadt zu kriechen, machen sie's.
Wenn es gälte, Volapük zu lernen,
und die Nasenlöcher zuzunähn
und die Schädeldecke zu entfernen
und das Bein zu heben an Laternen
morgen könnten wir's bei ihnen seh'n.
Denn sie fliegen wie mit Engelsflügeln
immer auf den ersten besten Mist.
Selbst das Schienbein würden sie sich bügeln!
Und sie sind auf keine Art zu zügeln,
wenn sie hören, daß was Mode ist.
Wenn's doch Mode würde, zu verblöden!
Denn in dieser Hinsicht sind sie groß.
Wenn's doch Mode würde, diesen Kröten
jede Öffnung einzeln zuzulöten,
denn dann wären wir sie endlich los.
Ich finde, der Mann hatte eine ganz gute Menschenkenntnis. Wenns nach mir ginge müsste es lediglich Jeanshosen und dunkle Oberteile geben. Das war schon immer das, was ich am liebsten anziehe. Als ich noch berufstätig war musste ich in Bluse und Rock oder feiner Stoffhose erscheinen. Ich kam mir jeden Tag wie verkleidet vor.
Eigentlich würden mir 3 gleiche Jeans und 3 gleiche Oberteile ausreichen. Ich mache mir auch nie stundenlang Gedanken was ich anziehen soll. In diesem Zusammenhang fällt mir ein Satz ein, den Verkäuferinnen so gerne verwenden:
" Das können Sie aber gut tragen". Ja, ich weiß, ich kann das Kleidungsstück tragen, aber eigentlich wollte ich es anziehen.....
Es ist ein Horror Kleidung in einem Geschäft zu kaufen. Zuerst einmal eine Verkäuferin die es abzuwimmeln gilt. Nichts schlimmeres als eine fremde Person, die den Vorhang zur Umkleide aufreißt. Dann aus-und-umziehen in einer stinkenden Kabine, immer lauernd, dass niemand " aus versehen die falsche Kabine erwischt". Überall Spiegel- ich hasse Spiegel!!!!! Aber da ich keine Kommentare der Verkäuferin ab kann muss ich mich in dem engen Kasten entscheiden. Nach 5 Minuten kommt dann die Frage der Verkäuferin " alles klar bei Ihnen?" Sie lauert ja bis jemand raus kommt. Vermutlich gibts Provision pro verkauftes Kleidungsstück oder eine Zielvorgabe.
Nach einer gefühlten Stunde bin ich endlich wieder in meiner Kleidung, die einfach besser passt als alles Neue. Dafür sehe ich aus wie frisch aufgestanden. Die Haare sind total verwuschelt, ich schwitze vor lauter Stress.
Und das alles nur wegen Kleidung? Ich hab's aufgegeben. Ich bestelle. Und schicke gegebenenfalls wieder zurück. Soviel Stress ist das alles nicht wert. Und ob mein Kleidungsstil in oder out ist- mir doch egal. Schwarz geht immer. Und Jeans auch.
Es amüsiert mich allerdings zu sehen, wie sehr manche Enten nach der Mode gehen. Älter werden wurde ja eh abgeschafft und so sieht man Damen jenseits der 50 mit knappen Minis in grellen Farben, vollschlanke Frauen in Hüftjeans mit bauchfreiem Top und noch viele weitere modische Verirrungen. Und ich frage mich mal wieder was Enten-Freundschaften eigentlich wert sind. Oder soll das wirklich toll sein? Ich versteh's nicht!
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